"der eingebildete kranke"

Schloss-Spiele Kobersdorf
Premiere: 05. 07. 2011

 

 

 

zitat aus kurier.at

Molières Komödie "Der eingebildete Kranke", die heuer auf dem Spielplan der 40. Schloss-Spiele Kobersdorf steht, ist für Regisseurin Christine Wipplinger noch immer hoch aktuell: "Wenn er sich zum Beispiel über die zu hohen Kosten mokiert, bei denen es sich bald keiner mehr leisten kann, krank zu sein. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor? Oder Molières Spott über sich als gottgleich gebärdende Ärzte oder obrigkeitshörige Patienten. Und Hypochonder, die ihr Geld lieber zu Ärzten und in Apotheken tragen, als sich ernsthaft mit ihrem Leben auseinanderzusetzen, soll es auch immer noch geben."

Wipplinger inszeniert das Stück, das am 5. Juli Premiere hat, weder modern noch historisch. Laut dem Intendanten Wolfgang Böck wolle man die Inszenierung ins Zeitlose rücken. Das Bühnenbild, gestaltet von Erich Uiberlacker, wird sich auf einer Drehbühne befinden und sehr puristisch ausfallen. Demnach wird es einen Kontrast zu den barock-pompösen Kostümen bilden.

Die neu komponierte Musik stammt von Fritz Rainer: "Es wird eine Art hybrides Klangbild entstehen, eine Verbindung von typischen Merkmalen der Barockmusik mit heutiger Darstellungsform und Instrumentierung: also verschnörkelte Oboenlinien neben ausufernden Synthesizern, romantische Kantaten in tanzbarem Gewande". Somit bildet die Musik die Verbindung zwischen der Üppigkeit der Kostüme und der modernen Puristik des Bühnenbildes.

Den "eingebildeten Kranken" Argan spielt Fritz Hammel, Intendant Wolfgang Böck übernimmt die Rolle des Arztes Diafoirus. Im Zentrum sieht Wipplinger Fragen des Lügens und Betrügens: "Jeder täuscht den anderen, jeder spielt eine Rolle. Alles ist nur Schein. Und das soll es heutzutage ja auch noch geben, oder?"

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